In der Stadt Salzburg gibt es seit dem 17. Jahrhundert einen Männerberuf, der wohl einmalig ist - nämlich den Beruf des "Bergputzers". Dieser Berufszweig geht auf eine schwere Felssturzkatastrophe in der Nacht des 16. Juli 1669 zurück, als sich in der sogenannten "Gstättengasse" - einem alten Stadtviertel Salzburgs - an der Felswand des Mönchsbergs, gigantische Felsmassen (Felsstücke von mehr als 2000 Zentnern) von der Mönchsbergwand lösten und zwei Kirchen sowie 13 Bürgerhäuser zertrümmerte. Insgesamt kamen bei diesem schrecklichen Unglück 230 Menschen ums Leben.
Als Ursache des Unglücks wurde später festgestellt, daß zu viele Keller, Gewölbe und Kammern in den Fels führten und der Berg dadurch so ausgehöhlt worden war, daß die darüber hängenden Felsmassen nachgaben. Poröses Gestein, Eis, Wasser, Hitze und Kälte taten das Ihre.
Seit diesem 16. Juli 1669 gibt es den Beruf des Bergputzers. Nach der Schneeschmelze werden auch heute noch Männer an Seilen bis zu 140 m tief vom Mönchsberg, aber auch vom Kapuzinerberg und vom Festungsberg, heruntergelassen. Sie klopfen die Felswände mit Hämmern ab und lösen so lockeres Gestein, um eine neue Katastrophe zu verhindern. Die ersten Bergputzer, als kühne Helden angesehen, hießen Hauser, Brandauer und Jager. Die Namen sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben, weil es Sitte wurde, auch alle nachfolgenden Bergputzer so zu rufen.
An der Außenmauer der Ursulinenkirche in der Gstättengasse befindet sich eine Marmortafel, die an das schreckliche Unglück des 16. Juli 1669 erinnert.
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