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Die Salzburger Stierwascher
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Warum die Salzburger 'Stierwascher' genannt werden ...
In früheren Jahrhunderten (zur Zeit der Bauernaufstände, ca. 1525)  wurde einmal die Stadt von einem feindlichen  Kriegsheer belagert. Salzburg war damals gut mit Mauern bewehrt, die der Feind nicht bezwingen konnte. Deshalb suchte er einen Ausweg. Er wollte die Stadt so lange aushungern, bis sie von selber zur Übergabe bereit war! So schlossen die Feinde einen festen Ring um die Stadt, daß niemand mehr aus und ein konnte.

Die Salzburger erkannten bald die Absicht der Feinde. Wenn sie bisher auf ihre starken Mauern vertraut hatten, so gerieten sie nun doch in arge Sorgen. Denn wenn die Belagerung länger dauern sollte, dann würde bald eine große Hungersnot ausbrechen. Deshalb schrieb der Stadtkommandant ein strenges Fasten vor. Aber es kam doch so, daß eines Tages nur noch ein einziger Stier übrig blieb, der noch nicht geschlachtet war. Er war braun gefleckt und gut genährt.

Da verfiel der Stadtkommandant auf eine List: Am frühen Morgen  des nächsten Tages wurde der Stier auf die breite Festungsmauer getrieben und von dort oben dem Feind gezeigt, damit der nicht etwa meinte,die Salzburger litten schon Hunger! In der kommenden Nacht aber strichen die Salzburger den scheckigen Stier weiß an und zeigten ihn am Morgen darauf wieder den Belagerern. Am dritten Morgen trabte ein pechschwarzer Stier über die Festungsmauer.
Die Feinde rissen die Augen auf, weil sie meinten, die Salzburger müßten noch auf lange Zeit mit guter Nahrung versorgt sein, und in einer dunklen Nacht zogen die fremden Kriegsknechte heimlich ab.

In der Stadt  aber herrschte großer Jubel. Die Bürger führten den Stier hinab an die Salzach und wuschen ihn solange, bis er wieder braun gefleckt war. Seit dieser Zeit nennt man die Salzburger die "Stierwascher".

Dies ist - wie gesagt - eine Sage. Die historische Tatsache ist, daß die Salzburger Metzger die Schlachtung der Tiere öffentlich vorzunehmen hatten, damit kein schädliches Fleisch zum Verkauf kommen konnte. Die übliche Reinigung an dem bis an die Stadtmauer reichenden flachen Ufer der Salzach und die Schlachtprobe führte zur scherzhaften Bezeichnung "Stierwascher" für die Salzburger!

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